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In Schweizer Schulzimmern besteht Handlungsbedarf beim Lüften.

Frischluftbedarf in Schulzimmern

Schulzimmer benötigen mehr Frischluft als andere RäumeSchulzimmer sind dicht belegte Räume; während des Unterrichts befindet sich eine grosse Anzahl von Personen in einem verhältnismässig kleinen Raum. Die Emissionen von Schülerinnen, Schülern und der Lehrperson stellen dann die bedeutendste Belastung der Raumluft dar. [2, 3, 4, 5] Es handelt sich dabei um Substanzen aus dem Stoffwechsel wie Kohlendioxid (CO₂) sowie eine Vielzahl von organischen Verbindungen, die über Atmung und Transpiration in die Raumluft gelangen. Hinzu kommen Stoffe aus Kleidung und von Körperpflegeprodukten, Partikel, Viren und Bakterien. Damit sich diese unvermeidbaren Verunreinigungen nicht im Raum ansammeln, muss die belastete, «verbrauchte» Luft durch Lüften aus dem Raum abgeführt und durch eine entsprechende Menge Frischluft ersetzt werden.

Wegen der grossen Anzahl Personen in einem Schulzimmer und der entsprechenden Stärke der Belastung pro Zeiteinheit ist zur Erhaltung einer guten Raumluftqualität auch eine starke Durchlüftung, d. h. der Austausch von grossen Mengen an Luft pro Zeiteinheit notwendig. Wenn der Raum nur über die Fenster gelüftet werden kann, bedeutet dies, dass man sehr häufig und ausreichend lange lüften muss.

Luftqualität in Schweizer Schulzimmern ist oft ungenügendAnhand des Indikators CO₂ kann man die Raumluftqualität in Klassenzimmern messen und bewerten und daraus direkte Rückschlüsse auf die Lüftung ziehen (siehe THEMENBLATT A, siehe THEMENBLATT B). Mittlerweile liegen zahlreiche Untersuchungen aus verschiedenen Ländern vor, die stets denselben Befund ergeben haben: [1, 6] Die Raumluftqualität ist häufig ungenügend, und der in Bau- und Lüftungsnormen festgeschriebene Grad der Durchlüftung wird kaum je eingehalten. Dies trifft nicht nur auf Fenster-gelüftete Schulzimmer zu, wo die Raumluftqualität besonders schlecht werden kann (siehe THEMENBLATT C). Auch mechanisch gelüftete Schulzimmer genügen den Normen nicht immer.

Eine repräsentative Untersuchung des Bundesamtes für Gesundheit BAG zur Lüftung in Schweizer Schulen hat gezeigt, dass in zwei Dritteln der Schulzimmer die Durchlüftung nicht mehr als ausreichend bezeichnet werden kann, d. h., der Anteil an hygienisch inakzeptablen Luftwerten (CO₂-Pegel über 2000 ppm) betrug mehr als 10 % der Unterrichtsdauer (siehe THEMENBLATT D). Die Fensterlüftung war dabei die Regel.

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